Ungeliebte Arbeiten und das WG-Prinzip
Juli 19, 2009 um 6:39 pm | In Pitu | 2 Kommentare |Im Zusammenhang mit der Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen kam mir gerade eine Idee, wie man das Problem der “ungeliebten Arbeiten” lösen könnte. Denn eines der Argumente, das von Gegnern der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens gern ins Feld geführt wird, ist, dass dann ja keiner die Drecksarbeit erledigen wolle, wie z. B. Müllabfuhr oder ähnliches.
Dafür gibt es verschiedene Lösungsansätze. Einer ist die Automatisierung, was bei der Müllabfuhr bereits geprobt wird (es gibt Müllfahrzeuge mit Roboter-Armen, die maschinell die Tonnen aufnehmen, leeren und absetzen). Ein anderer ist, solche Jobs durch bessere Bezahlung attraktiver zu machen.
Ein weiterer, auf den ich bisher noch nicht gestoßen bin in der öffentlichen Diskussion, ist das WG-Prinzip, das man auch aus der Familie kennt. Es gibt in jedem Haushalt und jeder Wohngemeinschaft ungeliebte Arbeiten, wie das Müll heruntertragen oder das Kloputzen, oder die wöchentliche Hausordnung. Die Lösung dafür ist so einfach wie gerecht: nicht einer muss diese ungeliebte Arbeit machen, sondern alle, im Wechsel. Dadurch entfällt auf den einzelnen nur eine geringe Menge Zeit und Energie, die er für die ungeliebte Arbeit aufwenden muss.
Auf die ganze Gesellschaft bezogen könnte das heißen, dass jeder Bürger eine bestimmte Zeitmenge pro Monat für solche wenig attraktiven Gemeinschaftsdienste aufwenden müsste. Und weil es sehr viele Bürger wären, die sich diese Aufgaben teilen, würde auf den einzelnen gar nicht so viel Zeit entfallen. Vielleicht ein oder zwei Tage pro Monat, vielleicht sogar weniger. Man könnte sich entweder eine Aufgabe aussuchen oder mehrere im Wechsel (dabei müsste natürlich auch die Eignung mit einbezogen werden z. B. bei Arbeiten, die große Körperkraft erfordern, Kranke und Alte könnten grundsätzlich ausgenommen sein). Und wenn einer die Arbeit partout nicht machen will, muss er halt jemanden finden, der sie für ihn erledigt – mit entsprechend guter Bezahlung.
Verwandte Beiträge:
- Länger arbeiten macht glücklich? Beim Durchforsten meines lokalen Linkordners ist mir wieder dieser Online-Artikel...
2 Kommentare
Sorry, Kommentare sind derzeit nicht möglich.
Powered by WordPress with Pool theme design by Borja Fernandez, modified by limone.
Entries and comments feeds.
Valid XHTML and CSS. ^Top^



Also ich glaub Götz Werner sagt, dass solche Jobs dann halt besser bezahlt werden. D.hz. die Müllmänner fahren dann halt Porsche.
Meine These war ja, dass sehr beliebte Jobs (Chef von Porsche) dann gar nicht mehr bezahlt werden, weil diese Leute ansonsten ihre Präsenz monetarisieren können. (Aufsichtsräte, Reden, Bücher. trallala)
Kommentar von OliverG — 20. Juli 2009 #
links for 2009-07-21…
Ihr wollt Dialog? Lernt erst einmal diskutieren!
Nicht umsonst ist Absatz 1 der Netikette:
“Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt.”
das ist das, was diverse Aggoblogger aktiv ausblenden,…
Trackback von Oliver Gassner — 21. Juli 2009 #