mephistopheles is not dead

Juli 26, 2009 um 2:01 pm | In Publikationen | 3 Kommentare | Tags: , ,

Wolfgang Kirchleitner brachte mich heute auf diesen fast vergessenen Link – die Domain habe ich schon vor Jahren freigegeben, aber archive.org kennt das ehemals dort beheimatete Online-Kulturmagazin noch, also falls ihr ein bisschen schmökern wollt: m e p h i s t o p h e l e s.

Gelegentlich muss ich das wieder wenigstens teilweise online stellen und schauen, wo die Redaktion sich heute herumtreibt. Vielleicht schaffen wir ja ein Revival.

Damals haben wir das übrigens noch ganz ohne Blogsoftware gemacht – mundgeblasen und fußgemalt sozusagen, mit eingebettetem Forum, das der Einfachheit halber mit cafe-nirvana.de geteilt wurde.

Ungeliebte Arbeiten und das WG-Prinzip

Juli 19, 2009 um 6:39 pm | In Pitu | 2 Kommentare |

Im Zusammenhang mit der Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen kam mir gerade eine Idee, wie man das Problem der “ungeliebten Arbeiten” lösen könnte. Denn eines der Argumente, das von Gegnern der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens gern ins Feld geführt wird, ist, dass dann ja keiner die Drecksarbeit erledigen wolle, wie z. B. Müllabfuhr oder ähnliches.

Dafür gibt es verschiedene Lösungsansätze. Einer ist die Automatisierung, was bei der Müllabfuhr bereits geprobt wird (es gibt Müllfahrzeuge mit Roboter-Armen, die maschinell die Tonnen aufnehmen, leeren und absetzen). Ein anderer ist, solche Jobs durch bessere Bezahlung attraktiver zu machen.

Ein weiterer, auf den ich bisher noch nicht gestoßen bin in der öffentlichen Diskussion, ist das WG-Prinzip, das man auch aus der Familie kennt. Es gibt in jedem Haushalt und jeder Wohngemeinschaft ungeliebte Arbeiten, wie das Müll heruntertragen oder das Kloputzen, oder die wöchentliche Hausordnung. Die Lösung dafür ist so einfach wie gerecht: nicht einer muss diese ungeliebte Arbeit machen, sondern alle, im Wechsel. Dadurch entfällt auf den einzelnen nur eine geringe Menge Zeit und Energie, die er für die ungeliebte Arbeit aufwenden muss.

Auf die ganze Gesellschaft bezogen könnte das heißen, dass jeder Bürger eine bestimmte Zeitmenge pro Monat für solche wenig attraktiven Gemeinschaftsdienste aufwenden müsste. Und weil es sehr viele Bürger wären, die sich diese Aufgaben teilen, würde auf den einzelnen gar nicht so viel Zeit entfallen. Vielleicht ein oder zwei Tage pro Monat, vielleicht sogar weniger. Man könnte sich entweder eine Aufgabe aussuchen oder mehrere im Wechsel (dabei müsste natürlich auch die Eignung mit einbezogen werden z. B. bei Arbeiten, die große Körperkraft erfordern, Kranke und Alte könnten grundsätzlich ausgenommen sein). Und wenn einer die Arbeit partout nicht machen will, muss er halt jemanden finden, der sie für ihn erledigt – mit entsprechend guter Bezahlung.

Wenn Frauen bloggen

Juli 14, 2009 um 11:22 am | In Limette | 15 Kommentare | Tags: , ,

Nachdem mir gerade mal wieder auffiel, dass die ganzen “Alpha-Blogger”, um die die Blogosphäre aktuell kreist, Männer sind (man nenne mir eine Frau als Gegenbeispiel) und überlegte, warum das so ist, kam ich bei einer Netzrecherche auf diesen liebenswerten, um nicht zu sagen herzerwärmenden Beitrag: Wenn Frauen bloggen – geschrieben von einer Frau.

Und, ja, es geht offenbar häufig um das Thema Kinder, Familie, Freunde, Haushalt, es ist wichtiger, dass das Handy nett aussieht als welche Funktionen es hat:

Technik? Kaum ein Thema. Selten. Ein Foto vom neuen Handy. Völlig egal, was das alles kann, es sieht so süß aus und hat eine tolle Farbe, sogar eine hübsche kleine Tasche, die hat man von der einen Bloggerin, die diese Handytaschen selber macht.

Da ist viel Wahres dran, und es geht eben nicht nur um die Optik, sondern auch um die Vernetzung, um die Bloggerin nebenan, und ich kann nicht empört aufschreien, weil ich sie kenne, die Strickblogs, die Mamablogs, die Koch- und Bastelblogs, und weil ich mir wünsche, dass es auch bei den Männern mehr solche Blogs, mehr solche Themen gibt.
Hier weiterlesen: Wenn Frauen bloggen …

Brief an den Bundespräsidenten

Juli 13, 2009 um 12:21 pm | In Pitu, Technik | Kommentare deaktiviert | Tags:

Der AK Zensur hat einen Anwaltsbrief an den Bundespräsidenten auf den Weg gebracht, in dem Verfahrensfehler und Verfassungswidrigkeit des geplanten Internet-”Zugangserschwerungs”gesetzes erläutert werden: Bundespräsident soll Internet-Sperr-Gesetz stoppen – Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur

Internetmüde

Juli 12, 2009 um 3:38 pm | In Pitu, Technik | Kommentare deaktiviert | Tags:

Wenn man überlegt, was wir uns Mitte der 90er vom Internet gewünscht haben, wie: Online gehen können, ohne auf die Uhr sehen zu müssen, weil jede Minute Geld kostet, unsere Seiten komfortabel mit Public-Domain-CMS und Blogsystemen pflegen können, fast unbegrenzte Layoutmöglichkeiten haben, jedes Musikstück von überall jederzeit anhören können, Filme sehen, die wir im TV verpasst haben, Medieninhalte wie Musik und Videos ganz einfach in unsere Seiten einbinden können, 3D-Welten erschaffen… alles das ist heute technisch möglich.

Aber was an technischen Hürden auf der einen Seite abgebaut wurde, wird auf der anderen Seite an Gesetzen und Regularien aufgebaut, die das Internet in Gesamtheit wieder genauso teuer und komplex machen, aber auf eine andere, unnötige, ärgerliche Art.
Hier weiterlesen: Internetmüde …

Zensursula-Kolumne im aktuellen PHP-Journal: Nachtrag

Juli 12, 2009 um 3:27 pm | In Pitu, Publikationen, Technik | Kommentare deaktiviert | Tags:

Für das aktuelle PHP-Journal (Ausgabe 4/2009, Seite 109) habe ich eine Kolumne zu Frau von der Leyens Stoppschild-Gesetz geschrieben (“Zensursula, breit den Mantel aus”). Leider ist im Satz ausgerechnet der Schlusssatz weggefallen, den ich hier im Blog nachtrage, weil sonst der Tenor der Kolumne verfälscht wird, die nun mit der Aussage endet, dass 100.000 Proteststimmen nicht ungehört verhallen und ein Kontrollgremium für die Sperrliste eingerichtet werden soll:

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Patronin voller Güte, lies bitte den BITKOM-Bericht *) noch einmal ganz genau durch und behüte uns nicht bis hin zur Blindheit.

Denn mit dem Versprechen eines Kontrollgremiums, das alle paar Monate mal über die Liste schaut, ist es nicht getan, wie jeder weiß, der sich ein bisschen mit der Diskussion beschäftigt. Momentan kann man nur hoffen, dass Bundespräsident Horst Köhler seine Unterschrift verweigert. Dafür wird es noch viele Briefe von Frau Hubers brauchen…

*) Quelle: Fachkundige Stellungnahme des BITKOM für den Deutschen Bundestag (PDF)

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