Argumente – Wiki gegen Netzzensur
Mai 24, 2009 um 6:19 pm | In Pitu, Technik | 2 Kommentare | Tags: Internet, Politik, WebEin konstruktiver Ansatz zur Diskussion um Netzsperren und KiPo-Verfolgung: Argumente – Wiki gegen Netzzensur. Da wird z. B. die Möglichkeit erörtert, die KiPo-Inhalte zu löschen (löschen! nicht sperren! impliziert natürlich auch Strafverfolgung der Betreiber!) und auf den betroffenen Seiten ein Stoppschild zu installieren, aber ohne Logging und Datenweitergabe. Hochinteressant in diesem Zusammenhang ist auch die im Wiki verlinkte BITKOM-Stellungnahme (die sich auf dem Bundestags-Server befindet!), wo sehr kritische und warnende Äußerungen in Bezug auf Begehrlichkeiten betreffend der Ausweitung der Sperren auf weitere Inhalte zu finden sind. Ebenfalls wird dort auf die von mir bereits erwähnte Gefahr von “Kollateralschäden” eingegangen, die in Verbindung mit Virtual Hosting (mehrere voneinander unabhängige Internetauftritte teilen sich einen Server) entstehen. Dazu wird auch ein Bericht von SPON verlinkt, wo eine IP-basierte Arcor-Netzsperre im Jahr 2007 nicht nur drei Pornoseiten, sondern auch jugendfreie Angebote von Fachkongressen und Unternehmen erfasste. BITKOM bewertet Zugangshürden auf Access-Eben außerdem “als Ultima ratio zur Bekämpfung schwerstkrimineller Inhalte, in Fällen in denen ein Zugriff auf den eigentlichen Inhalteanbieter nicht möglich ist.” Das wiederum bedeutet nach meinem Verständnis, dass eine Sperre nur für Server eingerichtet werden dürfte, die sich in Ländern befinden, wo eine Strafverfolgung der Anbieter nicht möglich ist und keine rechtliche Handhabe besteht, um die Inhalte vom Server nehmen zu lassen.
Stoppschild für StudiVZ, Facebook & Co.?
Mai 20, 2009 um 11:43 pm | In Pitu, Technik | 2 Kommentare | Tags: PolitikEben lief im NDR eine sehr gute Folge der Sendung “Zapp” zum Thema Heftige Proteste gegen Sperrungen im Internet. Leider habe ich den Anfang nicht mitbekommen, aber auf der Archivseite sind sicher bald Informationen zu finden, und außerdem wird die Sendung am Do und Fr wiederholt. (Nachtrag: Sendung ist jetzt online!)
Was leider viel zu selten erwähnt wird, hier aber gut thematisiert wurde: nicht nur tatsächliche KiPo-Server könnten auf den Sperrlisten landen, sondern ganz harmlose Angebote wie StudiVZ, Facebook, Flickr, ipernity, YouTube, Twitter, Websites von Zeitungen, Foren – im Grunde jedes Webangebot, in dem Nutzer Medieninhalte und/oder Links publizieren können. Auch Webmaildienste müssten im Grunde auf diesem Index landen, weil sie alle potentielle Trägermedien sind – eine “infizierte” Mail würde schon genügen.
In letzter Konsequenz würde das das gleiche bedeuten, was jetzt schon bei vielen Blogs Usus ist: Publikation nur noch nach Moderation, was de facto der Tod von Web 2.0 und die Abtreibung von Web 3.0, so wie wir es uns momentan noch vorstellen, wäre.
Und selbst Moderation von Links würde nicht genügen – wer garantiert dem freischaltenden Redakteur, dass ein heute noch harmloser Link morgen nicht zu illegalen Inhalten führt?
Wenn es nicht reicht, dass der Verursacher (in dem Fall der Betreiber der illegalen Website, zu der verlinkt wird, der ganz genau weiß, was er tut) zur Verantwortung gezogen wird, sondern jede Menge Ahnungslose als Kollateralschäden mit ins Fangnetz geraten, können wir das Web, so wie es eigentlich gedacht war, vergessen. Dann wird es zur pseudo-interaktiven schwarzen Glotze, in der sich Interaktivität darauf beschränkt, per Mausklick abstimmen zu dürfen, wen wir als “next Topmodel” oder “Superstar” haben wollen.
Übertreibe ich? Hoffentlich ja.
Mario Sixtus zu geplanten Internetsperren: Politischer Missbrauch des Missbrauchs
Mai 18, 2009 um 2:24 pm | In Pitu, Technik | 2 Kommentare |Mario Sixtus fasst in seinem Tagebucheintrag auf diegesellschafter.de recht gut zusammen, warum das von Bundesfamilienministerin Frau von der Leyen auf den Weg gebrachte geplante Gesetz seinen eigentlichen Zweck, nämlich die effektive Bekämpfung von KiPo, verfehlt und statt dessen eine gefährliche, nicht kontrollierbare Hintertür öffnet: dieGesellschafter.de: Mario Sixtus: Internetsperre: Politischer Missbrauch des Missbrauchs: Tagebuch.
Hier weiterlesen: Mario Sixtus zu geplanten Internetsperren: Politischer Missbrauch des Missbrauchs …
Webdesign-Trendfarben Blau und Orange
Mai 10, 2009 um 3:23 pm | In Technik | 3 Kommentare |Babyblau und Orange sind derzeit als Webdesignfarben recht beliebt (siehe dazu den Diskussionsbeitrag von Stefan Münz im Webkompetenz-Forum zum Webdesign der Piratenpartei, das, nebenbei gesagt, auf dem Standard-Drupal-Theme “Garland” basiert, das auch für WordPress adaptiert wurde). Wenn man mal vom Grau absieht, wäre das Anfang 1999 entworfene Design für den nie live geschalteten Limone-Vorläufer dann wieder topaktuell – ein bisschen mehr Babyblau statt Grau, und man könnte wieder damit arbeiten:
Bundestags-Wahlhilfe
Mai 10, 2009 um 12:42 pm | In Pitu, Technik | 4 Kommentare | Tags: Bundestagswahl, Grundeinkommen, Piraten, Politik, WahlDie nächste Bundestagswahl rückt immer näher. Langsam wird es Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wen man wählt.
Für alle, die der Meinung sind, dass die Politik in Berlin mal dringend frischen Wind brauchen könnte (auch die “Grünen” haben mal klein angefangen!), stelle ich hier eine Auswahl kleiner Parteien zusammen, die als Wahl-Alternative zu den etablierten Parteieln interessant sein können. Diese Aufstellung wird kontinuierlich erweitert. Die Parteiprogrammschwerpunkte werden nur kurz vorgestellt, Genaueres findet sich auf den jeweiligen Homepages.
Update 25.09.09:
Wer am Sonntag bei der Bundestagswahl 2009 Grundeinkommen wählen will, findet hier eine bundesweite Auflistung der Kandidatinnen und Kandidaten und der Parteien, die sich für das bedingungslose Grundeinkommen einsetzen.
Wer im Wahlkreis Fürstenfeldbruck und Dachau (216) Grundeinkommen wählen will: Reimund Acker wurde als Direktkandidat aufgestellt.
Petition gegen geplante Netzsperren (Deadline: 16.6.)
Mai 4, 2009 um 1:27 pm | In Pitu, Technik | Keine Kommentare |Wie beim bedingungslosen Grundeinkommen kann man sich fragen, warum nicht gleich jemand auf die Idee gekommen ist *): Internet: Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten. Die Zeichnungsfrist läuft am 16. Juni ab. Momentan ist der Server überlastet, daher ggf. öfter probieren. Stand der Mitzeichner aktuell: 2012 (wenige Minuten später: 2085).
Hintergrundinfo zum Thema auf netzpolitik.org.
*) … und wie beim BGE auch war es eine Frau, die die Petition einreichte.
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