S-Bahn-Lärm: Interkommunale Lärmschutz-Initiative e.V.
8. September 2008 um 13:51 | In Pitu | Keine Kommentare |Heute steht ein Bericht im Münchner Merkur über die Interkommunale Lärmschutz-Initiative e.V., die in Deisenhofen gegründet wurde und sich aktiv für eine Verringerung des Lärms durch abgestellte S-Bahnen und Regionalbahnen an Endbahnhöfen in Bayern einsetzt.
Leider bin ich von dem Problem auch betroffen. Die Abstellgleise direkt am Haus erschienen mir unbedenklich, als ich mich für die Wohnung in Bahnhofsnähe entschied, mit dem Geräusch fahrender Züge habe ich kein Problem. Und abgestellte Züge sind doch nicht zu hören – oder? Falsch gedacht. Die modernen Triebwagen, die seit 2003 im Einsatz sind, können nicht komplett heruntergefahren werden. Im Standby-Betrieb ist ein leises Brummen zu hören, an das man sich noch gewöhnen kann. Leider passiert es aber immer wieder, dass die S-Bahn nicht komplett heruntergefahren wird und sich durch laut vernehmliches Rauschen von Lüfter und Klimaanlage, sowie Knallen und Zischen bemerkbar macht. Vor einer Woche hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, diese Geräuschkulisse von Freitag abend bis Montag früh “genießen” zu dürfen. Wenn die Lärmschutzfenster geschlossen sind, hört man es zwar fast nicht mehr, aber selbst die können es nicht ganz ausblenden, das Geräusch ist dann wie ein Kühlschrank im Nebenraum oder wie eine Heizungsanlage im Keller. Und nicht jeder will bei geschlossenem Fenster schlafen.
Mehr Informationen gibt es auf der Seite der Lärmschutz-Initiative (mit Videos und Lärmprotokoll) oder in der Tagespresse. Wohlgemerkt: es geht nicht um die normalen, unvermeidbaren Geräusche, die der Bahnbetrieb mit sich bringt. Darauf weist auch die Initiative ausdrücklich hin. Es geht vielmehr um den vermeidbaren Lärm, der entsteht, wenn Züge nicht richtig ausgeschaltet werden (= in Standby-Betrieb versetzt, Rüstzustand 3) oder wenn technische Defekte vorliegen, die einen Standby-Betrieb nicht ermöglichen. Hier kann was getan werden, und hier muss was getan werden.
Ach ja: hier in Dachau gibt es eine Lärmschutzwand. Sinnigerweise aber nicht auf der Seite, wo die Häuser sind (eine ehemalige Eisenbahnersiedlung – denkt man, die wären von Berufs wegen lärmresistent?), sondern auf der anderen Seite, wo derzeit nur ein Maisfeld angelegt ist. Sollen wir zum Schlafen also ins Maisfeld gehen und “Ein Bett im Maisfeld” singen?
Wenn Sie ebenfalls Anwohner einer Bahnlinie in Bayern sind und ähnliche Probleme haben, besuchen Sie doch die Seite der Lärmschutz-Initiative, und, noch besser: werden Sie Mitglied.
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