David Garrett in München
23. März 2008 um 2:33 | In Fotos, Zucker | Keine Kommentare |Am 16. März spielte David Garrett in der Zenith-Halle in München. Als ich gegen 18:40 (Konzert begann um 20:00, Einlass ab 19:00) zur Halle kam, wartete bereits eine beeindruckend lange Schlange von mehr als einer Hallenlänge. Die ersten Zuhörer waren schon um 17:30 gekommen, um bei freier Platzwahl einen guten Platz in einer der ersten Reihen zu ergattern. Das lohnte sich vor allem für diejenigen, die zum Mittelgang hin saßen, weil Garrett im Verlauf des Konzerts mehrmals die Bühne verließ und im vorderen Bereich des Mittelgangs spielte.
Die Akustik war überraschend gut (man hatte mich gewarnt): glasklarer Sound, gut ausgesteuert und endlich mal nicht zu laut. Das Publikum: sehr gemischt, von ca. 6 Jahren bis zu ca. 76 Jahren war alles dabei. Was die Garderobe anging, machte man es am besten wie David Garrett selbst: Jeans, Stiefel, Pullover – fast alle behielten ihre Mäntel an, und die kleinen Klappstühlchen waren eher unbequem. (Wer es bequemer und “gediegener” will: für den 18.5. wurde ein Zusatzkonzert in München in der Philharmonie angesetzt.) Die kulinarische Überraschung des Abends war ein ausgezeichneter Latte Macchiato aus dem Automaten.

Das Geigenspiel: wie erwartet meisterhaft. Wunderbar warmer, voller Klang aus der Stradivari, perfekte Technik (besonders schön: die zarten Flageolet-Töne) und Bühnenshow – Garrett wirkt jungenhaft-charmant und erobert das Publikum über sämtliche Altersklassen hinweg, auch wenn er sich mit seiner Ansprache hauptsächlich an die Jüngeren richtete, denen er die einzelnen Stücke erklärte (“Kennt hier jemand außer mir Pumuckl?”). Unterstützt wurde der junge Meistergeiger von einer hochkarätigen Combo aus zwei Pianisten (Milana Chernyavska und John Haywood), einem Gitarristen (Giorgio Serci, der auch mit einem Solostück glänzen durfte) und einem Schlagzeuger (Ben Bryant). Das Programm: bunt gemischte gefällige und wohlbekannte Melodien (von Vivaldi und Debussy über Prokofiev und Sarasate bis hin zu Gershwin und Metallica, außerdem Eigenkompositionen), die ihn Gefahr laufen lassen könnten, in die Nähe von André Rieu gerückt zu werden. Aber vielleicht ist das nur eine Phase, genau wie die bis zu den Knien hängende Rapper-Jeans.
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