Umstrittenes Vlog-Interview mit der Kanzlerin
Juli 16, 2006 um 11:32 am | In Pitu | Keine Kommentare |Dass die Kanzlerin podcastet und die Übertragungen den Charme einer Neujahrsansprache haben, wissen wir ja schon länger. Dass ihr das selbst bewusst ist und sie darüber reflektiert und es besser machen will, wissen wir erst seit Lyssas mehr oder weniger spontanem Videointerview, das als locker-flockige, leicht verdauliche Quasi-Homestory daherkommt. Nun wissen wir, dass “uns Angie” lieber Gemüse als Obst isst und lieber in einem Sitzungsraum in der Nähe der Sekretärinnen als an ihrem Schreibtisch arbeitet, den sie ebenfalls bereitwillig herzeigt.
Die promovierte Physikerin präsentiert sich dabei mit entwaffnendem Charme, und ich rätsele noch, ob ich wirklich wissen will, dass meine offizielle Vertreterin auf internationalem Parkett auf einem Globus nachsehen muss, um zu erfahren, wie groß der Kongo ist (nämlich so groß wie Europa). Fein, ich wusste es auch nicht, aber ich muss ja auch keine Soldaten in den Kongo schicken.
Die Reaktionen in der Blogosphäre auf diesen Videcoup schwanken denn auch zwischen Bewunderung und Belustigung, zwischen Irritation und Applaus.
Ich bin Deutschland, ich bin demnach auch ein bisschen Bundeskanzlerin, und ich habe meinen Globus dummerweise 2002 beim Umzug verschenkt. Der war sogar von innen beleuchtet, aber schon ein wenig älter: da gab es noch zwei “Du bist Deutschland” und Sri Lanka hieß noch Ceylon. Leider kann ich nun nicht mehr nachsehen, wie groß der Kongo da war.
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