Bedingungsloses Grundeinkommen.

6. November 2005 um 17:33 | In Pitu | Keine Kommentare |

Eine interessante Idee wird u. a. bei Heise aufgeworfen: die des bedingungslosen Grundeinkommens. Arbeit ist nicht genug für alle da, und wird mit zunehmender Automatisierung immer weniger:

“Lothar Späth und der frühere McKinsey-Manager Herbert A. Henzler haben im Jahr 1993 eine Berechnung angestellt: Was würde passieren, schöpfte man das technisch machbare Automationspotenzial in der Bundesrepublik voll aus? Die Antwort: Eine Arbeitslosigkeit von 38 Prozent wäre normal.” (Quelle: brandeins.de).

Noch ein interessanter Abschnitt aus dem brandeins-Artikel, auf den im Heise-Artikel Bezug genommen wird:

“Doch trotz der allerchristlichsten Beschwörungen war Erwerbsarbeit bis zur Industrialisierung keineswegs der Mittelpunkt des menschlichen Lebens. Dass sich die herrschende Klasse dem Müßiggang ergab, verstand sich von selbst, aber auch die Bevölkerung schuftete, allen Legenden zum Trotz, nicht wie verrückt. Im Mittelalter gab es wenigstens 50 strikt arbeitsfreie Tage im Jahr. Anstrengenden Arbeitsphasen, etwa in der Erntezeit, folgten längere Abschnitte, in denen nur wenig gearbeitet wurde.”

Das ist besonders spannend im Angesicht der Behauptung, dass wir in D zu viel Urlaub haben und zu wenig arbeiten. Ohnehin wird die Notwendigkeit des längeren Arbeitens ad absurdum geführt, wenn gerade die Unternehmen, die die größten Gewinne einfahren, im großen Stil Angestellten kündigen oder sie in den Vorruhestand komplimentieren. Ausgenommen natürlich, man will den verbleibenden Angestellten mehr Arbeit aufhalsen (irgendwo muss das Potenzial der Entlassenen ja bleiben) und das erfordert dann logischerweise längere Arbeitszeiten für die Übriggebliebenen.

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