Hartwurst
November 20, 2002 um 10:30 pm | In Glas | Kommentare deaktiviert |Man muss “Der Bulle von Tölz” schauen, um sich daran zu erinnern, dass das früher nicht “Salami” hieß, sondern “Hartwurst”. Auch so eine Kindheitserinnerung: vierkantig, würzig, vom Kaufmann Strobl um die Ecke. Der hatte einen Finger im Krieg verloren, und die Salatköpfe wurden in Zeitungspapier eingewickelt. Den Laden gibt es schon lange nicht mehr – erst übernahm ihn ein Grieche (da gab’s dann feinen Bohnensalat), später zog ein Getränkemarkt ein. Und der alte Herr Strobl ist schon lange Geschichte.
Omas Küche
November 15, 2002 um 6:29 pm | In Pitu | Kommentare deaktiviert |Diese penetrant gut gelaunte und hippe Cabrio-Omi-Clique auf Extasy aus der Iglo-Werbung erinnert mich daran, dass meine eigene Oma im fortgeschrittenen Alter, so ab 75, auch eine Fertigfressi-Phase einschob. Das ging so weit, dass sie nur noch Kartoffeln im Glas kaufte, die ich als Kind schon grausig fand. Nur für ihren weltbesten Kartoffelsalat (meist zu Filet Bordelaise) und zum Topfen (Quark für die Nicht-Bayern) machte sie immer noch “richtige” Kartoffeln. Das hatte allerdings hauptsächlich damit zu tun, dass meine Oma langsam müde wurde und sich weniger Arbeit machen wollte. Wenig Arbeit hatte sie auch in der Nachkriegszeit, wenn es gegen Ende des Monats nur noch Kartoffelpüree gab, weil Opas schmales Beamtengehalt nicht mehr Haushaltsgeld hergab.
Apropos “Arbeiten bis 70″: meine Oma hat tatsächlich bis 70 gearbeitet. Sogar länger, bis einundsiebzigeinhalb. Allerdings freiwillig, als Lehrerin, unterbrochen von einigen Familienpausen.
Verlängerung der Lebensarbeitszeit
November 12, 2002 um 7:43 pm | In Pitu | Kommentare deaktiviert |“Arbeit macht das Leben süß”, heißt es doch. Na, dann freuen wir uns mal alle aufs dolce vita im fortgeschrittenen Alter.
Das wird um so spannender, als die Firmen jetzt schon kein gesteigertes Interesse an ArbeitnehmerInnen über 45 haben – ja wird das denn besser, wenn das Rentenalter hochgesetzt wird? Ich sehe da vor allem eins kommen: ein Heer von Arbeitslosen im Franzbranntwein-Rausch. Auf die Entwicklung darf man gespannt sein.
Kennzeichen W
November 10, 2002 um 7:02 pm | In Limette | Kommentare deaktiviert |Kennzeichen W. Woran erkennt man einen Weblogger? Daran, dass er sein Essen fotografiert und in seinem Weblog veröffentlicht, bevor er es zu sich nimmt.
Woran erkennt man einen fortgeschrittenen Weblogger? Daran, dass er sich nach dem Hochladen und Schreiben des Blogeintrags in seinen Stamm-Blogs festliest und sich erst ein paar Stunden später wieder an das mittlerweile erkaltete/verbrannte/im Dressing ersoffene Essen erinnert.
Ikea forever
November 7, 2002 um 10:29 pm | In Zucker | Kommentare deaktiviert |Beliebtes Thema – ich war auch da heute. Habe entzückt Möbel bestaunt, festgestellt, dass es die Regalsysteme tatsächlich in Echtholzfurnier gibt und es da auch Spiegel-Hochschränke fürs Bad hat, und gekauft habe ich auch was.
Eine Glühbirne.
(Naja, der Rest folgt, wenn ich in der neuen Wohnung bin, hier ist ja kein Platz…)
Mobile Marketing via SMS
November 7, 2002 um 9:21 pm | In Technik | Kommentare deaktiviert |“SMS überholt eMail in Europa.” So lautet eine Schlagzeile aus dem ECIN Newsletter. Darin ist nachzulesen, dass laut einer Studie von GartnerG2 derzeit 41 % aller erwachsenen Personen in Europa SMS nutzen, aber nur 30 % e-mail. Das Fazit, das GartnerG2 daraus zieht, gefällt mir nicht:
“Laut GartnerG2 sind nun vor allem die großen Mobilfunkunternehmen gefragt, das Handy im Bereich des Mobile Marketing zu etablieren und dadurch eine Nutzung jenseits der klassischen P2P-Kommunikation zu ermöglichen.”
Hallo? Mobile Marketing? Noch mehr unerwünschte Werbebotschaften? Während man sich mit e-mail-Spam noch einigermaßen arrangieren kann, ist man SMS-Spam doch völlig ausgeliefert, und er stört viel mehr, weil man dann ständig denkt, man bekäme eine Mitteilung von Freunden oder Bekannten (SMS haben in der Regel höhere Priorität als Mails), und statt dessen ist es wieder Werbung. Ich ärgere mich jetzt schon, wenn ich Werbe-SMS von meinem Provider kriege, zumal die ja auch die Umwelt akustisch mitbelasten mit jedem Handy-Piepsen.
Wenn Leute, denen sonst keiner schreibt, sich freiwillig auf irgendwelche Broadcasts setzen lassen, wo sie dann permanent mit Aktienkursen oder Fußballergebnissen zugedröhnt werden, bitte. Aber wo die technischen Möglichkeiten sind, ist auch der Spam nicht mehr weit.
Ich sage NEIN zu Mobile Marketing via SMS, und wenn es eine Möglichkeit gibt, meine (nicht öffentlich publizierte) Haupt-Handynummer vor solchen “Attacken” zu schützen, werde ich sie nutzen.
Oder habe ich da jetzt am Ende irgendwas mißverstanden?
Kombinierter Blogoholic/Handymaniac-Albtraum
November 6, 2002 um 10:28 pm | In Limette | Kommentare deaktiviert |Du träumst von einem tollen neuen Handy-Tool und denkst dir im Traum, dass du darüber unbedingt einen Blogeintrag schreiben mußt, hast ihn sogar schon im Kopf vorformuliert und beginnst gerade mit der Eingabe in den PC. Aber plötzlich erscheint ein Mobile mit Piranhas auf deinem Handy-Display, und eine schnell durchgeführte Internetrecherche ergibt, dass du es mit einem Handy-Wurm zu tun hast, der all deine Daten frißt. Das einzige was hilft ist, das Handy-Betriebssystem neu zu installieren. Im Traum grübelst du, wie du all deine wichtigen SMS sichern kannst – dass es geht, weißt du, aber nicht, wo du die CD mit dem notwendigen Tool gelassen hast. Vielleicht hilft es ja auch, das Handy aus- und wieder einzuschalten (Standardfrage im Helpdesk: “Haben Sie den Rechner schon mal neu gestartet?”), aber nach dem Booten hat das Teddybärchen, das du als Betreiberlogo eingestellt hast, dann plötzlich einen sehr traurigen Gesichtsausdruck (wie ein gefrusteter Smiley), grobe Konturen und ein Bein weniger – das haben die Piranhas bereits gefressen. Du erinnerst dich, dass du genau das Problem schon mal hattest, aber weißt nicht mehr, wie du es lösen konntest.
Dann wachst du auf und erinnerst dich: du hattest einfach nur den gleichen Albtraum schon mal. Oder glaubst zumindest, ihn schon mal gehabt zu haben, Träume narren einen ja gern mit Schein-Erinnerungen.
Aber paßt schon so – lieber solche Albträume als andere!
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