Selbstmord bürokratisiert
Juli 10, 2002 um 8:02 pm | In Limette | Keine Kommentare |Ich sitze in einem Büro der Stadtverwaltung und habe gerade ein sehr ausführliches hellblaues Formular mit vielen Kästchen ausgefüllt. Wer sich umbringen will, muß das vorher der Stadtverwaltung melden, dieses Formular ist unverbindlich, es ist für diejenigen, die es zwar prinzipiell vor haben, aber noch keine konkreten Pläne. Ich erfahre dann, daß ich, wenn ich es konkret machen will, noch weitere Informationen angeben muß, wie z. B. über meine Bankkonten und einiges andere Persönliche. Als ich das höre, sage ich dem freundlichen Angestellten der Stadt, daß ich meine Meinung geändert habe und doch lieber leben bleiben möchte. Darüber freut er sich sehr, er ist erleichtert.
Mir ist bewußt, daß dieser bürokratische Prozeß keine Vorschrift ist, niemand kann daran gehindert werden, sich selbst umzubringen. Aber es wird empfohlen.
Kurz darauf wache ich auf und frage mich, wie ich zu einem so bizarren Traum komme, und das nach einem Tag, der eigentlich nicht so schlimm war, daß man sich danach würde umbringen wollen. Den Traumdeutern fällt dazu sicher was ein…
Verwirrung
Juli 8, 2002 um 1:34 pm | In Limette | Keine Kommentare |Original-Dialog (kein Traum):
Tochter: “Also meine Freundin H. kommt ja aus Nordbayern, also irgendwo bei Nürnberg, der Ort fällt mir jetzt nicht ein, aber es war was mit S…”
Mutter: (macht ein paar Ortsvorschläge mit F)
Tochter: “Nein, mit S wie Siegfried!”
Mutter: (macht ein paar Ortsvorschläge mit S)
Tochter: “Nein, das ist es alles nicht… aber du mußt es kennen, da bin ich ganz sicher, ich komm jetzt nur nicht drauf…”
Mutter: “Es ist also in Franken?”
Tochter: “Ja, glaub schon…” (hat das unbestimmte Gefühl, dass da was nicht stimmen kann)
Mutter: (macht weitere Vorschläge, die alle nicht zutreffen)
Tochter: “Ich schau jetzt in den Atlas, Moment… ah, da ist es: Donauwörth!”
Mutter: “Das fängt aber mit D an, liegt nicht in Franken, sondern in Schwaben, und ist überhaupt nicht in der Nähe von Nürnberg, sondern in der Nähe von Augsburg!” (Anm: 50 km von Augsburg, 150 von Nürnberg!)
Tochter: “Hm, stimmt, die H. is a Schwab, das sagt sie ja auch immer. Daher muß das mit dem S kommen. Und Nähe Nürnberg… naja, wir sind nachts nach der Oper noch zu ihr nach Hause gefahren, da kam mir das nicht lang vor…”
Mutter: “Oweh, du mußt dringend mal was für deine Heimatkunde tun!!”
Es ist doch nur folgerichtig, dass ich heute nacht dann träumte, dass ich auf der Autobahn unterwegs sei, plötzlich den Eindruck hatte, mich verfahren zu haben, weil ich die Ortsnamen nicht mehr kannte, auf eine Raststätte fuhr, dort Leute fragte, in welche Richtung die Autobahn geht, auf der ich mich befinde, worauf man mich, statt die Frage zu beantworten, fragte, wo ich denn hinwolle, und ich in dem Moment feststellte, dass mir der Ort nicht mehr einfiel, in dem mein Hotelzimmer gebucht war. Also SO schlimm ist es noch nicht!
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