Jäger und Sammler

Juni 17, 2002 um 9:01 pm | In Limette | Kommentare deaktiviert |

Seltsame Menschen haben hier gewohnt. Jäger und Sammler augenscheinlich, und Angehörige einer geheimen Glaubensgemeinschaft, die in verborgenen Winkeln einer Wohnung allerlei Gegenstände verstecken, so wie Maurer ihre Schnupftabaksdosen ins Fundament eines Hauses einmauern.

Heute wurde die Küche demontiert. Die zwei bunten Plüschmäuse und der Strohstern hinter dem Kühlschrank waren noch nichts wirklich Überraschendes, und das andere Teil, das ich nicht identifizieren konnte, sah ich mir lieber nicht zu genau an.

Interessant wurde es aber, als UNTER der Spülmaschine, hinter der Abdeckleiste, ein dreidimensionales ziemlich großes Keramik-Bild auftauchte, Motiv: Fenster mit Vorhängen und Katze auf dem Fensterbrett. Als die Küche dann ganz abgebaut war, war die kleine Tür zum zweiten Speicher freigelegt, der sechs Jahre, seit die Küche hier eingebaut ist, nicht genutzt worden war. Eher pro forma warf ich einen Blick hinein und fand – einen Umzugskarton, randvoll mit Krimskrams: ein alter Dual-Plattenspieler, ein Säckchen mit McDonald’s-Plastikspielzeug (Ronald und seine Familie), Haarbänder, Tücher, Plastikbehälter, ein Regal in Form eines griechischen Tempels… und ich rätselte. Was hatten sich meine Vormieter dabei gedacht? Und wie lange schlummerte dieser Karton wohl schon da? Wer hatte ihn vergessen, und wieso war das niemandem aufgefallen?

Geld ist geprägte Freiheit

Juni 17, 2002 um 1:46 am | In Pitu | Kommentare deaktiviert |

“Geld ist geprägte Freiheit.”
(Fjodor M. Dostojewski, russ. Dichter, 1821 – 1881)

“Geld ist gemünzte Freiheit.”
(Paul Guggenheim, schweizer Völkerrechtler, 1899 – 1977)

“Freedom is just another word for nothing left to lose.”
(Janis Joplin)

Ich glaube, es gibt nur zwei Arten von Menschen, die richtig frei sind: Die einen, die so arm sind, dass sie nichts zu verlieren haben und alles, was sie besitzen, mit sich führen, und die anderen, die so reich sind, dass sie ihre eigenen Gesetze machen können und niemandem untertan sind – wenn sie es schaffen, sich vom Zwang des Geldes an sich freizumachen. Alle anderen sind damit beschäftigt, einen Großteil ihres wachen Lebens an andere zu verkaufen und sich deren Willen und Gesetzen zu beugen, um genug Geld zu haben, um Miete, Essen, Versicherungen, Kleidung, Krankheits- und Altersvorsorge zu bezahlen, zu kommunizieren und auch zu konsumieren.

Freiheit? Wer ist wirklich frei? Und was braucht es für die Freiheit?

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