Nebenher
Januar 28, 2002 um 9:35 pm | In Limette | Kommentare deaktiviert |X-Files nebenher gucken funktioniert einfach nicht. Jedesmal wenn man hinsieht, ist entweder jemand gestorben, oder schwanger, oder von Außerirdischen entführt, oder ohnmächtig, oder wiederauferstanden, und ich bin nicht mal sicher, ob ich mehr verstehen würde, wenn ich nicht parallel am Computer arbeiten würde und das Programm nur aus dem Augenwinkel auf dem Monitor nebenan verfolgen. Aber langsam wird mir klar, warum ich fast nur noch Sitcoms ansehe: die verlangen keine so lange Aufmerksamkeitsspanne, und man versteht sie auch beim Nebenhersehen. Mit den “Simpsons” klappt das auch recht gut.
Ugh
Januar 11, 2002 um 4:16 pm | In Pitu | Kommentare deaktiviert |Manchmal stellt sich heraus, daß Dinge, die man ersehnt und lang erwartet hat, ungeahnte Fallstricke bergen können. Die Devise für die nächste Zeit heißt “durch – irgendwie”. Erleichternd könnte dabei wirken, dass ein Buchvertrag in der Post war, der für die nächsten Wochen hochkonzentriertes Arbeiten ohne Ausfälle erfordert.
Kann man Teile seines Denkens und Fühlens einfach ausblenden? So konsequent verdrängen, daß sie eine Weile keine Rolle spielen? Vor allem, wenn es um Dinge geht, die einem eigentlich sehr wichtig sind? Und ist das normal, daß man ab und zu das Gefühl hat, die Welt sieht in Wirklichkeit ganz anders aus, als man dachte?
Du wachst morgens auf, nach einer kalten Nacht und ungewohnt tiefem Schlaf, und die Sonne ist nicht gelb und strahlend, sondern eine milchigweiße Scheibe hinter Wolken in einer Winterlandschaft mit Bäumen, die aussehen, als hätte sie jemand mit Puderzucker bestreut, und überall ist dieses diffuse weiße Licht, und zuerst hast du gedacht, es sei der Mond, den du da siehst, nur die Tageszeit stimmte nicht.
So habe ich die Sonne bisher noch nie gesehen – wie ein kreisrund geschnittenes Stück Papier… “say ist’s only a paper moon, sailing over a cardboard sea” – no, it’s a paper sun, sailing over frozen trees. Und eine Sonne aus Papier kann auch keine Wärme verbreiten. Ich hätte bitte gern mein altes Universum wieder, da hat’s mir besser gefallen. Diese Parallelwelt ist ungemütlich.
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